Hochschulentwicklungsplan 2023–2028

Seit 1971 64 Handlungsfeld Forschung Selbstverständnis und Herausforderungen Die Hochschule Bochum ist 1971 als FH Bochum mit einem im Wesentlichen reinen Lehrauftrag gestartet, um als neues Ausbildungsformat den einsetzenden Strukturwandel im Ruhrgebiet zu begleiten. Inzwischen hat sie sich zur HAW weiterentwickelt und die Forschung in ihr Selbstverständnis integriert. Ihr Fokus auf die angewandte Forschung ermöglicht es ihr mehr denn je, Motor für Veränderung und das Heben von Potenzialen in und für die Region zu sein. Der Wunsch, mit unserer Forschung die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zu fördern und im Sinne von Open Science den wissenschaftlichen Fortschritt für alle Teile der Gesellschaft zugänglich zu machen, ist Grundlage unseres Handelns. Eine angewandte Forschung für eine nachhaltigere Zukunft und ihr Transfer in die Zivilgesellschaft und Wirtschaft prägen unser Selbstbild und tragen zum gesellschaftlichen Fortschritt bei. Standortbestimmung Inner- und außerhalb ihrer Forschungsschwerpunkte fördert die Hochschule Aktivitäten ihrer Mitglieder in der Forschung und unterstützt diese durch tragfähige Strukturen in der Verwaltung bei der Einwerbung von Drittmitteln, der Veröffentlichung hochrangiger internationaler Publikationen und der interdisziplinären Vernetzung über alle Fachbereiche und Institute. Im Bereich der eingeworbenen Drittmittel pro Professur ist die Hochschule Bochum von einem Platz oberhalb des Durchschnittswertes im Jahr 2021 auf einen Platz unterhalb des Durchschnitts zurückgefallen. Der Grund liegt in der Überführung der Forschungsaktivitäten im Bereich der Geothermie in die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG), die auf dem Campus angesiedelt ist. Die geografische Nähe zur IEG inklusive gemeinsamer Berufungen bietet viele Potenziale, die sich jedoch aktuell noch nicht in Drittmitteln niederschlagen. Diese mangelnde Resilienz bei der Forschungsleistung gegenüber einzelnen Veränderungen zeigt ein strukturelles Problem der Hochschule auf. Die Forschungsleistung konzentriert sich auf relativ wenige Köpfe und Fachbereiche. Neuberufenen steht in der Startphase oft nicht der zeitliche Spielraum zur Verfügung, um sich ein eigenes Forschungsprofil aufzubauen. Zudem wird abseits der Drittmittel die Forschungsleistung noch nicht ausreichend systematisch erfasst, was sich durch den Aufbau des Kerndatensatzes Forschung ändern soll. Durch die Verleihung des Promotionsrechts an das Promotionskolleg NRW im November 2022 stehen den HAW aber nun neue strukturierte Möglichkeiten zur Betreuung von Promovierenden offen, welche die angewandte Forschung signifikant mitgestalten werden. Vielfältige und interdisziplinäre Forschung stärken Ein besonderes Profilelement der angewandten Forschung an der Hochschule Bochum ist ihre Interdisziplinarität, sie sich unter anderem in Einrichtungen wie dem Institut für Building Information Modeling (BIM-Institut), dem interdisziplinären Institut für Angewandte KI und Data Science Ruhr (AKIS) und der BO Smart Factory zeigt. Die gewachsene, ausgeprägte Interdisziplinarität pflegt die Hochschule als spezielles Merkmal und entwickelt sie weiter, um hierdurch im Wettbewerb um Forschungs- und Transfermittel positive Alleinstellungsmerkmale ausbilden zu können. Dieser Ansatz ist von der Wertschätzung der unterschiedlichen Forschungskulturen der einzelnen Fachgebiete geprägt, die profilbewusst und synergetisch zusammenwirken. Großes Potenzial wird dabei unter anderem bei fachbereichsübergreifenden Themen gesehen, wie z. B. regenerativen Energien, Nachhaltigkeit und Digi07.1 07.2 07.3

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