Hochschulentwicklungsplan 2023–2028

72 Handlungsfeld Internationalisierung Selbstverständnis und Herausforderungen Die Internationalisierung erfolgt strategisch ausgerichtet vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für Lehre und Forschung. Die Zusammenarbeit in der modernen Arbeitswelt ist international. Organisationsstrukturen erstrecken sich über unterschiedliche Länder, und die produktive Arbeit in solchen Strukturen erfordert Kenntnisse über Kulturen und Sprachen. Dem Englischen als Lingua franca, also als gemeinsame Verkehrssprache für Wirtschaft und Wissenschaft, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die nötigen Fähigkeiten, um in einer global vernetzten Wirtschaft zu bestehen, wollen wir als Hochschule Bochum unseren Studierenden mitgeben. Im mindestens gleichen Maße wie die Wirtschaft international vernetzt ist, ist es auch die Forschung, welche vom freien Austausch von Gedanken und Ideen über Grenzen hinweg lebt. Die Hochschule versteht sich als weltoffene Hochschule und möchte über ihre internationalen Kontakte und Netzwerke in und für die Region wirken, in der sie verwurzelt ist. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals, SDG), welchen sich die Hochschule Bochum in besonderer Weise verpflichtet fühlt, sind globale Ziele, die nicht national erreicht werden können. Sie können nur mit Menschen erreicht werden, die mit internationalen Erfahrungen wissenschaftlich fundiert ausgebildet wurden, sowie von Lehrenden, die diese Internationalisierung auch in ihrer eigenen Forschung leben und mit internationalen Partnerschaften vorantreiben. Bei unserer internationalen Vernetzung hat die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern, welche unser Wertesystem teilen, einen besonderen Stellenwert. Davon unbenommen kennen Wissenschaft und Forschung an der Hochschule Bochum keine Grenzen und können als Brückenbauerinnen dienen. Standortbestimmung Im Bereich der Forschung sind die internationalen Kontakte breit aufgestellt und vom persönlichen Engagement einzelner Forschender geprägt. Das Netz institutionalisierter Kontakte ist hingegen weniger ausgeprägt, der europäische Rahmen mit seinen exzellenten Fördermöglichkeiten und der reichhaltigen Hochschullandschaft wurde in seinem Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Die internationale Sichtbarkeit der Hochschule als Ort der angewandten Forschung basiert aktuell primär auf der Leistung der einzelnen Forschenden und wird noch nicht durch die Außendarstellung über die Homepage oder soziale Medien getragen. Die internationale Mobilität der Forschenden ist gegeben, jedoch generell ausbaufähig und heterogen bezogen auf die einzelnen Fachdisziplinen. Im Bereich des Studiums gilt, dass die Internationalisierung der Curricula in allen Studiengängen einen Mindestanspruch erfüllt, der in der Regel durch das Angebot von englischen Sprachkursen abgedeckt wird. Die darüberhinausgehende Integration des sicheren Gebrauchs der englischen Sprache durch englischsprachige Lehre in Fachmodulen ist hingegen nicht durchgehend gesichert. Nur wenige Studiengänge eignen sich für einen attraktiven Erasmus-Austausch, für den ein ausreichendes englischsprachiges Angebot von Fachinhalten sichergestellt werden muss. Nur wenige Studiengänge integrieren internationale Doppelabschlüsse. Die internationale Mobilität der Studierenden ist mit Ausnahme der Wirtschafts- und Nachhaltigkeitswissenschaften auf einem konstanten, jedoch geringen Niveau. In Wirtschafts- und Nachhaltigkeitswissenschaften ist diese bereits etabliert, aber ausbaufähig. Die Möglichkeiten, durch die Ausbildung internationaler Studierender auch auf den durch die demografischen Entwicklungen in Deutschland entstandenen Fachkräftemangel zu reagieren, 08.1 08.2

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