Hochschulentwicklungsplan 2023–2028

74 Handlungsfeld Internationalisierung Internationale Mobilität in Lehre und Forschung Einige Gründe für die schwache internationale Mobilität liegen im soziodemografischen Profil der Studierenden an einer HAW im Ruhrgebiet. In ihren Reihen befinden sich mehr junge Menschen, die als erste in ihrer Familie eine akademische Laufbahn anstreben als an vielen anderen Hochschulen. Für diese jungen Menschen aus Familien ohne akademische Tradition stellt besonders ein Studium im Ausland einen großen Schritt dar. Generell müssen im Ruhrgebiet auch überproportional viele Studierende ihr Studium in großen Teilen selbst finanzieren. Sie sind also für Auslandsaufenthalte besonders auf finanzielle Förderung und Entlastung angewiesen. Die Förderlandschaft, welche sich von Erasmus+-Programmen über die gemeinnützige Stiftungslandschaft erstreckt, ist besonders ausgeprägt für Austauschziele innerhalb der EU sowie mit den Erasmus+-Partnerländern. Daher richten wir als Hochschule den strategischen Fokus für den internationalen Austausch auf eben solche Länder, die ein gutes Förderpotenzial für die studentische Mobilität und einen gemeinsamen Wertekanon darstellen. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die internationale Mobilität der Forschenden, welche sich auch im Erasmus+ besonderer Förderoptionen erfreut. Die Hochschule Bochum unterstützt ihre Forschenden bei der Planung von Auslandsaktivitäten, bei der Beantragung von Fördermitteln und auch bei international ausgerichteten Forschungssemestern. Wir stellen zahlreiche Wege zur Verfügung, um internationale Forschende und Lehrende zu gewinnen – insbesondere, um diese in die Lehre vor Ort zu integrieren. Mit Abschluss des in der Abbildung 1 dargestellten Stufenplans besteht ein ausreichend großer Bedarf an internationalen Modulen, wodurch auch die dauerhafte Integration von fremdsprachigen Menschen erleichtert wird. Es ist unser Ziel, die Internationalisierung in Lehre und Forschung stärker als zuvor als Einheit zu fördern, um Synergien für beide Ziele zu stärken. Internationalisierung@Home Auch mit der geplanten Steigerung der internationalen Mobilität unserer Studierenden wird bei Weitem nicht jede Person im Laufe ihres Studiums die Möglichkeit ergreifen können, internationale Erfahrung im Ausland zu sammeln. Neben der sicheren Beherrschung der internationalen Fachsprache ist die Reflexion über die eigenen kulturellen Eigenheiten beim Umgang mit internationalen Partnerinnen und Partnern entscheidend. Jede Kultur hat eigene Herangehensweisen und Semantiken entwickelt. Daher gilt es für die internationale Zusammenarbeit zu sensibilisieren und den Erfahrungsaufbau an der Hochschule, also @Home, anzubieten. Dieses Ziel erreichen wir zum einen im Rahmen des oben abgebildeten Stufenplans durch die curriculare Weiterentwicklung von Studiengängen und zum anderen durch die Integration von Gaststudierenden in Kurse an der Hochschule. So können z. B. in problem- oder projektbasierten Kursen Studierende gemeinsam in internationalen Teams an Herausforderungen wachsen und ihre Kenntnisse in Sprachen und Kulturen verbessern. Auch für diese curriculare Weiterentwicklung bedarf es sowohl eines Ausbaus, insbesondere des englischsprachigen Lehrangebotes, als auch der Entwicklung neuer und innovativer Lernformate, welche Mehrsprachigkeit in der Lehre bis hin zur Prüfung ermöglichen. Hierbei sollen sowohl Innovationen in der Hochschuldidaktik als auch in der Digitalisierung eingesetzt werden. 08.3 08.4 Wir stellen zahlreiche Wege zur Verfügung, um internationale Forschende und Lehrende zu gewinnen.

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